Bequem versus Form

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Anzug, Krawatte und Hut. Überholt oder Ausdruck von Formwillen? (Foto: Martin Smolka)

Je älter ich werde, desto konservativer kleide ich mich. Konservativ heißt, dass ich einen Stil pflege, der bereits zur Zeit meiner Geburt, also 1966, als ein wenig altmodisch gegolten hätte, der aber heute, im Vergleich zur Alltagsbekleidung in Deutschland, fast wie ein Filmkostüm wirkt. Also jeden Tag Oberhemd, Sakko und Krawatte, bei beruflichen Anlässen Sakko und Hose oder Anzug. Dazu Hut und bei Bedarf Mantel. Immer Lederschuhe. Keinerlei Freizeitkleidung, Sportkleidung nur beim Sport. Keine Sneakers, keine Blousons oder Fieldjackets, keine Jeans.

Mir geht es nicht darum, den Bekleidungsstil einer vergangenen Epoche zu pflegen, so wie es z. B. Freunde des Reenactment tun. Kostümierungen mag ich überhaupt nicht, auch wenn sie mir bei anderen zusagen – sofern das Outfit authentisch und stimmig ist. Ich habe neulich z. B. auf dem Flughafen in Berlin den Musiker Andrej Hermlin gesehen, er trug Anzug, Mantel und Hut im Stil der vierziger Jahre. Der Look gefiel mir und er passt auch zu seiner Musik. Die Wartenden an der Sicherheitskontrolle sahen ihn an und mich auch, da ich ebenfalls Anzug, Mantel und Hut trug. Vielleicht dachten sie, dass ich zu seiner Band gehöre. Ich weiß nicht, ob sie die Unterschiede zwischen seinem und meinem Stil gesehen haben. Bei ihm „period dress“, bei mir klassischer aber zeitgenössischer Stil.

Viele Männer kleiden sich mit zunehmendem Alter immer jugendlicher sogar kindlicher. Anzüge werden meistens nur unter Zwang angezogen, in der Freizeit wird nur die so genannte „Casualkleidung“ getragen. Bequem und praktisch soll alles sein, also maschinenwaschbar, trocknergeeignet und bügelfrei. Kleidung darf nicht einengen, weder physisch, noch in der Weise, dass sie durch ihren Stil ein bestimmtes Verhalten nahelegt. Jogginghosen in allen Varianten, T-Shirts, Sweatshirts, Kapuzenjacken und Sneakers oder Latschen sind deshalb die bevorzugten Basics. Bei schlechtem Wetter wird Outdoorkleidung getragen, bei Hitze Shorts, Tanktop und Flipflops. Den Kopf zieren Strickmützen oder Baseballkappen. Dieser Bekleidungsstil verwirklicht jetzt schon das von einigen Menschen propagierte Ziel, dass Männer und Frauen sich geschlechtsneutral kleiden sollen, denn sehr viele Männer und Frauen tragen einen fast identischen Stil.

Wer Hemden trägt, die auf der Leine getrocknet und gebügelt werden müssen. Schuhe, die auf Hochglanz poliert werden. Wer Sakkos und Anzüge besitzt, die ausgebürstet und gereinigt werden wollen, wer sich jeden Morgen aus eigenem Antrieb und Freude an einer bestimmten Form ankleidet, der ist in den Augen der Mehrheit ein modischer Dinosaurier.  Doch auch wenn die Mehrheit es so sieht, muss der Geschmack der Mehrheit keineswegs der Maßstab für den Einzelnen sein. Es gibt auch Menschen, die nicht die Musik hören, die in den Radiosendern gespielt wird. Die nicht nur Bestseller lesen. Und eben auch Menschen, die den klassischen Stil durchaus nicht als absurd empfinden. Die Preußen verlangten mehr zu sein als zu scheinen. Was leider oftmals in der Weise interpretiert wird, dass man mehr ist, wenn der Schein nach wenig aussieht. Adolf Loos vertrat bereits 1898 einen anderen Standpunkt: „Was nützte aller Verstand, wenn man ihn nicht durch gute Kleider zur Geltung bringen könnte.“

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Warum ich Hosenträger trage

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Der Anblick von klassischen Hosenträger ist in Deutschland eine Seltenheit. Hier zieren sie einen handgemachten Anzug von Cove & Co. (Foto: Martin Smolka)

Ich habe neulich einen älteren Beitrag von Simon Crompton gelesen, in dem er sich darüber äußert, warum er keine Hosenträger trägt. Ich fand seine Gedanken und Argumente interessant und vieles von dem, was für ihn gegen das Tragen von Hosenträger spricht, empfinde ich ebenfalls als Nachteil. Warum trage ich aber trotzdem Hosenträger?

Hosenträger haben den großen Vorteil, dass sie die Hosen vor dem Herabrutschen bewahren. Die Hosen hängen an den Schultern und werden nicht mit Hilfe eines Gürtels an Bauch, Hüfte oder Taille fixiert. Was ohnehin selten funktioniert. Bei den meisten Figurtypen rutschen Hosen, die mit Gürtel oder Seitenschnallen in Position gehalten werden sollen. Es sei denn, die Hosen sind so eng, dass sie auch ohne Gürtel halten würden. Die korrekte Hosenlänge ist mir nicht nur beim Anzug. wichtig. Denn rutschende Hosen sind immer ein Ärgernis. Deshalb trage ich Anzughosen stets mit Hosenträger. Hosen, die ich mit Sakko oder Blazer kombiniere, trage ich dann mit Hosenträgern, wenn sie ohne Gürtel rutschen würden. Ob Hosen rutschen, hängt allerdings nicht nur von der Bundweite ab, sondern auch von ihrem Schnitt und der richtigen Balance.

Balance bedeutet in der Sprache der Schneider, dass das Kleidungsstück an Vorder- und Rückseite die gleiche Länge hat und an den Seiten ebenfalls. Für die Balance von Hosen ist es außerdem wichtig, wie der Bund in Relation zu Bauch und Rückenhöhlung verläuft. Wenn der Bauch vorsteht und das Kreuz hohl ist, sollte die gut balancierte Hose vorn, also unter dem Bauch, niedriger sitzen als hinten, wo sie das Hinterteil bedeckt und in der Höhlung des Kreuzes sitzt. Wenn das Beinkleid an Hosenträgern hängt, kann der Bund vorn und hinten gleich hoch sein (im Fall der Rundbundhose) oder hinten höher (Spitzbundhose). Die Spitzbundhose ist sehr bequem, da sie sich an den Körper schmiegt ohne einzuengen. Aber natürlich ist so eine Hose nicht jedermanns Sache. Womit wir bei einem weiteren Gegenargument gegen Hosenträger: Sie sehen unattraktiv aus. Ob das zutrifft, hängt von mehreren Faktoren ab. Dem Schnitt des Anzugs und vor allem dem Schnitt der Anzughose. Außerdem vom Hemd, von der Figur und vom persönlichen Stil. Pauschal zu sagen, dass Hosenträger nicht gut aussehen, wäre überzogen. Sehr viele Männer kleiden sich so, dass der Gürtel weder einen positiven Effekt hat, noch die Hosenträger einen negativen. Ich habe aber sehr häufig erlebt, dass eine Hose, die dafür geschnitten ist, mit Hosenträgern getragen werden, sehr gut ankommt.

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Meine bevorzugte Marke bei Hosenträger ist Albert Thurston aus England. Ich trage am liebsten die Modelle aus Wollfilz mit weißen Enden, weil sie zu braunen und zu schwarzen Schuhen passen.
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Ich lege selten die Jacke ab. Wenn doch, stört es mich nicht, wenn die Hosenträger zum Vorschein kommen (Foto: Jan Hemmerich)

Wer Hosenträgern benutzt, wird nicht negativ wahrgenommen. Allerdings fällt man schon damit auf. Was Simon Crompton als Nachteil listet. Er will nicht „der mit den Hosenträgern“ sein. Es stimmt schon. Man wird schnell in eine Schublade gesteckt. Der mit den Hosenträgern. Der mit der Schleife. Der mit dem Hut. Die Gefahr besteht allerdings schon bei der kleinsten Abweichung vom Durchschnittsmodegeschmack. Vermutlich jeder, der diesen Blog liest und bei diesem Artikel bis hierhin gelangt ist, steckt bereits in einer Schublade. Der mit dem Modefimmel. Der mit den teuren Schuhen. Die Hosenträger machen da den Kohl nicht fett. Wem allerdings daran gelegen ist, auch in klassischer Kleidung so wenig wie möglich aufzufallen, wird Hosenträger vielleicht wirklich als zu Aufsehen erregend empfinden. Trotzdem stellt sich die Frage: Warum soll ich auf Hosenträger verzichten, wenn ich es für richtig halte, sie zu tragen?

Ein sehr wichtiger Aspekt, den Simon Crompton erwähnt, sind die Umständlichkeiten, die sich aus Hosenträgern ergeben. Vor allem, wenn man sie unter einem Anzug mit Weste trägt oder einen Pullunder oder Pullover über den Hosen anziehen möchte. Denn wenn man letztere mal runterlassen möchte, muss man erst Jacke und Weste ausziehen oder jedesmal einen Pullover über den Kopf ziehen. Ich finde das auch als relativ nervig, das konnte mich aber noch nicht von den Hosenträgern abbringen. Eher davon, Pullover oder Pullunder über Hosenträgerhosen zu tragen, ich verwende in der kälteren Jahreszeit Westen oder Strickjacken. Ansonsten wird gegen Hosenträger noch eingewendet, dass sie im Sommer warm sind, was auch stimmt, mich aber nicht davon abhält, sie zu tragen. Denn dafür können die Hosen am Bund wegen der Hosenträger etwas weiter sein, was bei Wärme auch angenehm ist. Und Hosenträger tragen unter sehr dünnen Anzugjacken am Rücken auf. Das stört mich ein wenig, doch ich lebe damit. Denn dafür geben mir die Hosenträger ein sehr gutes Gefühl von Sicherheit, weil ich weiß, dass die Hosen nie rutschen und immer die korrekte Länge haben. Und selbst, wenn ich viel in die Hosentaschen stecke, was  bei mir oft vorkommt, wird auch dieser Ballast nichts daran ändern, dass das Beinkleid nur einmal leicht auf dem Schuh einknickt.

 

 

 

 

 

Maßschneider Markus Schnurr, Teil 1

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Ich kenne den Herrenschneidermeister Markus Schnurr seit etwa 15 Jahren. Das erste Mal habe ich ihn getroffen, als er an einem Seminar für Herrenschneider teilgenommen hat, das ich zusammen mit dem Londoner „bespoke tailor“ John Coggin für Fachkreise veranstaltet habe. John Coggin war einer der beiden Inhaber von Tobias Tailors in der Savile Row gewesen. Zusammen mit seinem Partner John Davis hatte er dort von 1998 bis 2003 für mich gearbeitet. Bei dem Seminar ging es um die Arbeitsweise der Zuschneider und „coat maker“ in der Savile Row.

Seit dieser Zeit waren Markus Schnurr und ich per E-Mail in Kontakt und haben uns hin und wieder in München getroffen. Markus Schnurrs Vorliebe für traditionelle Herrenschneiderei konnte ich an seinen Posts bei Instagram ablesen. Übrigens hatten auch Carlo Jösch sowie die beiden Wiener Schneider Thomas Netousek und Zoltan Roeszler an diesem Seminar teilgenommen. Alle drei arbeiten heute erfolgreich als selbstständige „bespoke tailors.“ Carlo Jösch in Köln, Netousek in Wien im familieneigenen Betrieb, Roeszler im neugegründeten Atelier in der Wiener Herrengasse. Zoltan Roeszler ist gebürtiger Ungar, ihm war bei dem Seminar aufgefallen, dass John Coggin die Einlagen nach ungarischer Manier verarbeitet. Die überraschende Erklärung war, dass John Anfang der 1960er Jahre bei Anderson & Sheppard einen Exil-Ungarn als Lehrmeister für das „coatmaking“ hatte.

Markus Schnurr ist Jahrgang 1978 und seit 2003 Herrenschneidermeister. Von 2014 an hat er drei Jahre lang in München bei Max Dietl gearbeitet, immer noch Deutschlands renommiertestem Herrenschneider und Couturehaus. 2017 hat Markus Schnurr die alteingesessene Maßschneiderei von Herbert Martin in seiner Heimatstadt Offenburg übernommen. Die noch vorhandenen Kunden freuen sich über den jungen Nachfolger, Markus Schnurr versucht aber auch über die Region hinaus bekannt zu werden und ist deshalb bereit, zu Kunden zu reisen. Auch für mich hat er sich auf den Weg gemacht, zum Maßnehmen haben wir uns in Tübingen getroffen. Ich hatte an dem Abend noch einen Vortrag zu halten und er kam vorher zu mir in das Hotelzimmer in der verwinkelten Altstadt. In einem Werkzeugkoffer hatte er Maßbänder, Scheren, Garn, Nadeln und andere Utensilien dabei, außerdem Musterbündel mit Futterstoffen, so auch die von mir bevorzugten Satins von Dugdale’s. Die Oberstoffe hatte ich in meiner Reisetasche mitgebracht, da ich sie vorher schon bei Draper’s und Vitale Barberis Canonico bestellt hatte.

Markus Schnurr arbeitet schnell und ohne viel Geplauder. Manche Herrenschneider sind sehr gesprächig, vor allem solche, die allein arbeiten und viel für sich sind in der Werkstatt. Markus Schnurr ist eher der zurückhaltende Typ, er hat aber durchaus Humor. Beim Maßnehmen fiel mir nichts besonderes auf. Wie die meisten deutschen Herrenschneider begann er mit der Körpergröße. Er verwendet keinen Taillengurt, um von dort ausgehend den Rücken zu vermessen und die Schulterhöhen zu ermitteln und er klemmt dem Kunden auch kein Lineal oder Buch unter den Arm, um die Armlochhöhe zu messen. Er wirkt konzentriert und misst genau. Bei anderen Schneidern sieht man schon daran, wie sie das Maßband halten, dass die Messergebnisse niemals auf den cm genau stimmen können. Was allerdings auch nicht dramatisch ist. Maßschneiderei ist keine wirklich exakte Angelegenheit. Jedenfalls nicht bis zur ersten Anprobe.

Ich trug einen handgemachten Maßkonfektions-Anzug von Cove & Co., der mir gut gefällt. Er hat eingeschobene Ärmel im neapolitanischen Stil und ist insgesamt sehr weich verarbeitet. Auch die Hosen dieses Anzugs gefallen mir so gut, dass sie Markus Schnurr als Referenz dienen konnten. Ich trage die Hosen im Moment mit hohem Bund und, wie fast immer bei Anzügen, mit „forward pleats“, Seitenschnallen und Knöpfen für Hosenträger. Cove hatte sie erst im zweiten Anlauf in der gewünschten Höhe hinbekommen. Die jungen Schneider wollen meistens nicht glauben, dass die Hosen wirklich diese Leibhöhe haben sollen. Ich bestellte bei Markus Schnurr ein einreihiges Sakko aus grünem Flanell mit Pattentaschen, Billetttasche und Seitenschlitzen, sowie einen zweireihigen Anzug aus kariertem Stoff. Für das grüne Sakko wählte ich ein kirschrotes Futter, für den Anzug einen Satin in „RAF blue.“ Ansonsten machte ich wenig Vorgaben. Bei der Gestaltung der Details lasse ich dem Schneider grundsätzlich viel Freiheit, ich bin nicht einer von den Kunden, die dem Handwerker am liebsten noch die Position der Crochetnaht bis auf den mm genau vorgeben möchten.

Die erste Anprobe fand nicht bei Markus Schnurr statt, wir trafen uns stattdessen wieder auf der Reise, dieses Mal bei einem Bekannten in Stuttgart. Für die Anprobe des Sakkos hatte Markus Schnurr die Ärmel eingeheftet, er nahm sie aber während der Anprobe heraus, um die Form des Armlochs zu korrigieren und die Achsel neu zu stecken. Die Ärmel der grünen Jacke hatte er schon aus dem endgültigen Stoff zugeschnitten, da der Stoff kein Muster hat. Der Doppelreiher ist kariert, bei ihm fand die Anprobe ohne Ärmel statt. Für die zweite Anprobe wird Markus Schnurr Ärmel aus neutralem Stoff zuschneiden und noch nicht aus dem karierten Stoff. Warum? Der Maßschneider markiert bei der Anprobe die Armhaltung, wenn sich bei der nächsten Anprobe dabei noch Änderungen ergeben, würde bei einem karierten Stoff das Muster nicht mehr korrekt vom Rumpf auf die Ärmel verlaufen.

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Die erste Anprobe findet vor allem für den Schneider statt und das meiste, was er dabei markiert oder ändert, wird von ihm nicht kommentiert. Es ist eine Sache, unter den Augen des Kunden arbeiten zu müssen, eine andere, die Verbesserungen mit ihm in allen Einzelheiten zu bereden. Beide Teile gefielen mir auf Anhieb gut. Ich hatte ja nicht viel zum gewünschten Stil gesagt und als Inspiration für den Einreiher lediglich das Foto eines Sakkos des Wiener Herrenschneiders Michael Possanner gezeigt. Beim Einreiher bat ich Markus Schnurr, das Fasson zu verbreitern. Außerdem habe ich mir etwas größere Patten an den Taschen gewünscht. Auch der Gesamtlänge wurden anderthalb cm zugegeben.

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Beim Zweireiher wünschte ich mir minimale Korrekturen bei Form und Breite der Fassons, außerdem zeichnete ich selbst die exakte Position der äußeren Brusttasche an. Aus mir unbekannten Gründen werden Brusttaschen heutzutage oftmals sehr hoch angesetzt, was mir aber nicht gefällt. Die Brusttaschen hat Markus Schnurr nach der Anprobe leicht geschwungen gearbeitet. Nicht, um die neapolitanische Bötchen-Form zu imitieren, vielmehr nach Art seines Offenburger Vorgängers. Die Hosen waren exakt nach Wunsch geschnitten, also als hoch sitzende“Spitzbundhose.“ Hier gab es von mir keine Änderungswünsche. Beide Jacken sind sehr leicht gearbeitet und waren kaum spürbar. Die Schultern sind kaum gepolstert, das Tragegefühl ist norditalienisch.

Die zweite Anprobe findet Anfang März statt, danach folgt Teil 2 meines Erfahrungsberichts.

Fotos: Martin Smolka

12 Klassiker für den Herrn

1. Der blaue Anzug

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Der dunkelblaue Anzug ist der „dunkle Anzug“ schlechthin für Business und feierliche Anlässe jeglicher Art. Ob einreihig, zweireihig oder mit Weste. Wobei der Einreiher am vielseitigsten ist, da er im Stehen offen getragen werden kann und bei Wärme etwas mehr Luft an den Oberkörper lässt. Hier ein Modell aus Fresko-Stoff von Orazio Luciano.

2. Das Sportsakko

AW17 Product-245Wenn andere Kapuzenshirt oder Daunenweste tragen tritt der Gentleman im Sportsakko auf. Ideal für alle Anlässe, die ein wenig Form verlangen. Das Sportsakko schlechthin ist die Tweedjacke, sie kann traditionell englisch geschnitten und verarbeitet sein oder italienisch ungefüttert daherkommen wie diese Jacke von Drake’s. 

3. Der Regenmantel

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Ob Trench oder Slipon ist egal, Hauptsache der Regenmantel wurde in England aus durablem Baumwollgabardine geschneidert. Eine generös bemessene Länge sorgt dafür, dass der Mantel bei Regen wirklich schützt. Wie dieser absolut zeitlose Regenmantel von Grenfell.

4. Der Blazer

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Mit dunkelgrauer Tuchhose ist der zweireihige Blazer ideal für Geschäftsreisen und in vielen Berufen auch für den Büroalltag, mit hellen Chinos oder Kordhosen ist er perfekt für smarte Freizeitanlässe. Hier ein maßgeschneiderter Blazer von Michael Possanner mit Metallknöpfen. Wer sie nicht mag, sollte bedenken, dass ein Blazer mit Hornknöpfen wie eine Anzugjacke aussieht.

5. Der Smoking

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Einen Herrn erkennt man daran, dass er einen Smoking besitzt und ihn zu tragen weiß. Natürlich immer in Schwarz oder Mitternachtsblau und ausschließlich mit schwarzer, selbst gebundener Schleife. Im Bild ein nach Maß gefertigter Smoking von Regent in Weißenburg. Traditionell hat die Jacke des Smokings übrigens keine Schlitze, sie hat keine Patten an den Taschen und seine Hosen haben keine Aufschläge.

6. Das blaue Hemd

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Weiße Hemden sind abends angebrachter, ansonsten ist das hellblaue Hemd perfekt für alle anderen Gelegenheiten. Natürlich zählen auch Hemden mit blauen Streifen oder blauen Karos auf weißem Fond dazu, wie dieses Hemd mit Haifischkragen von Eton.

7. Der Pullover

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Der Pullover ist die Freizeituniform des Gentleman. Lambswool, Shetland und Kaschmir sind die drei klassischen Faserarten, leichter sind Merino oder Baumwolle. V- oder Rundausschnitt, das ist gleich, er trägt in jedem Fall ein Oberhemd darunter und gern auch Krawatte. Auf dem Foto ein Modell aus Lambswool von Cordings of Piccadilly.

8. Die Chino

 

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Die Amerikaner haben der Herrenmode mit der Chino ein großartiges Kleidungsstück geschenkt. Sie verkörpert den smarten Casuallook. Im britischen Stil sind sie seit dem zweiten Weltkrieg zu Hause, hier eine Hose aus kräftigem Baumwollstoff in der Farbe Kitt von Cordings.

9. Der Oxford

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Der Oxford ist der Schuh aller Schuhe. Natürlich rahmengenäht und immer gut geputzt, hier ein Model auf Peduformleisten von Ed. Meier München. Traditionalisten tragen ihn nicht nur zum Anzug, sondern auch zum Freizeitoutfit in der Stadt. Auf Hochglanz poliert passt er sogar zum Smoking.

10. Der Filzhut

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Auf dem Land, am Wochenende oder auf Reisen sind Tweedmützen, Tweedhüte oder eine Baskenmütze praktisch, zum Anzug ist ein Filzhut die einzig korrekte Wahl. Am besten aus Hasenhaar, wie dieser Trilby von Hornskov in Kopenhagen. Die Farbe des Huts richtet sich generell nach den Schuhen, zu schwarzem Leder passt ein Hut in Grau, Schwarz oder Marine, zu braunen Schuhen trägt man braune oder grüne Hüte.

11. Der Schlafanzug

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Manch einer trägt im Bett Boxershorts und T-Shirt, ein anderer nichts. Die klassische Wahl als Gewand der Nacht ist der geräumig geschnittene Pyjama aus Baumwollstoff, z. B. mit Regimentsstreifen von Derek Rose. Im Winter darf der Schlafanzug auch aus Baumwollflanell gearbeitet sein. Und wenn es die Zeit zulässt, wird er vor dem Tragen ordentlich gebügelt.

12. Die Aktentasche

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Die Aktentasche ist für einige Herren genauso überholt wie Telefonapparate mit Wählscheibe. Wobei das Wort Apparat an sich schon veraltet anmutet im Zusammenhang mit dem Smartphone. Der moderne Mann trägt Umhängetasche oder „tote bag“, der Herr liebt nach wie vor die Aktentasche oder die Mappe aus Leder. Am besten gefallen ihm handgearbeitete Modelle, wie diese Tasche aus Pferdeleder von Bernd Kreis.