Warum ich Hosenträger trage

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Der Anblick von klassischen Hosenträger ist in Deutschland eine Seltenheit. Hier zieren sie einen handgemachten Anzug von Cove & Co. (Foto: Martin Smolka)

Ich habe neulich einen älteren Beitrag von Simon Crompton gelesen, in dem er sich darüber äußert, warum er keine Hosenträger trägt. Ich fand seine Gedanken und Argumente interessant und vieles von dem, was für ihn gegen das Tragen von Hosenträger spricht, empfinde ich ebenfalls als Nachteil. Warum trage ich aber trotzdem Hosenträger?

Hosenträger haben den großen Vorteil, dass sie die Hosen vor dem Herabrutschen bewahren. Die Hosen hängen an den Schultern und werden nicht mit Hilfe eines Gürtels an Bauch, Hüfte oder Taille fixiert. Was ohnehin selten funktioniert. Bei den meisten Figurtypen rutschen Hosen, die mit Gürtel oder Seitenschnallen in Position gehalten werden sollen. Es sei denn, die Hosen sind so eng, dass sie auch ohne Gürtel halten würden. Die korrekte Hosenlänge ist mir nicht nur beim Anzug. wichtig. Denn rutschende Hosen sind immer ein Ärgernis. Deshalb trage ich Anzughosen stets mit Hosenträger. Hosen, die ich mit Sakko oder Blazer kombiniere, trage ich dann mit Hosenträgern, wenn sie ohne Gürtel rutschen würden. Ob Hosen rutschen, hängt allerdings nicht nur von der Bundweite ab, sondern auch von ihrem Schnitt und der richtigen Balance.

Balance bedeutet in der Sprache der Schneider, dass das Kleidungsstück an Vorder- und Rückseite die gleiche Länge hat und an den Seiten ebenfalls. Für die Balance von Hosen ist es außerdem wichtig, wie der Bund in Relation zu Bauch und Rückenhöhlung verläuft. Wenn der Bauch vorsteht und das Kreuz hohl ist, sollte die gut balancierte Hose vorn, also unter dem Bauch, niedriger sitzen als hinten, wo sie das Hinterteil bedeckt und in der Höhlung des Kreuzes sitzt. Wenn das Beinkleid an Hosenträgern hängt, kann der Bund vorn und hinten gleich hoch sein (im Fall der Rundbundhose) oder hinten höher (Spitzbundhose). Die Spitzbundhose ist sehr bequem, da sie sich an den Körper schmiegt ohne einzuengen. Aber natürlich ist so eine Hose nicht jedermanns Sache. Womit wir bei einem weiteren Gegenargument gegen Hosenträger: Sie sehen unattraktiv aus. Ob das zutrifft, hängt von mehreren Faktoren ab. Dem Schnitt des Anzugs und vor allem dem Schnitt der Anzughose. Außerdem vom Hemd, von der Figur und vom persönlichen Stil. Pauschal zu sagen, dass Hosenträger nicht gut aussehen, wäre überzogen. Sehr viele Männer kleiden sich so, dass der Gürtel weder einen positiven Effekt hat, noch die Hosenträger einen negativen. Ich habe aber sehr häufig erlebt, dass eine Hose, die dafür geschnitten ist, mit Hosenträgern getragen werden, sehr gut ankommt.

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Meine bevorzugte Marke bei Hosenträger ist Albert Thurston aus England. Ich trage am liebsten die Modelle aus Wollfilz mit weißen Enden, weil sie zu braunen und zu schwarzen Schuhen passen.
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Ich lege selten die Jacke ab. Wenn doch, stört es mich nicht, wenn die Hosenträger zum Vorschein kommen (Foto: Jan Hemmerich)

Wer Hosenträgern benutzt, wird nicht negativ wahrgenommen. Allerdings fällt man schon damit auf. Was Simon Crompton als Nachteil listet. Er will nicht „der mit den Hosenträgern“ sein. Es stimmt schon. Man wird schnell in eine Schublade gesteckt. Der mit den Hosenträgern. Der mit der Schleife. Der mit dem Hut. Die Gefahr besteht allerdings schon bei der kleinsten Abweichung vom Durchschnittsmodegeschmack. Vermutlich jeder, der diesen Blog liest und bei diesem Artikel bis hierhin gelangt ist, steckt bereits in einer Schublade. Der mit dem Modefimmel. Der mit den teuren Schuhen. Die Hosenträger machen da den Kohl nicht fett. Wem allerdings daran gelegen ist, auch in klassischer Kleidung so wenig wie möglich aufzufallen, wird Hosenträger vielleicht wirklich als zu Aufsehen erregend empfinden. Trotzdem stellt sich die Frage: Warum soll ich auf Hosenträger verzichten, wenn ich es für richtig halte, sie zu tragen?

Ein sehr wichtiger Aspekt, den Simon Crompton erwähnt, sind die Umständlichkeiten, die sich aus Hosenträgern ergeben. Vor allem, wenn man sie unter einem Anzug mit Weste trägt oder einen Pullunder oder Pullover über den Hosen anziehen möchte. Denn wenn man letztere mal runterlassen möchte, muss man erst Jacke und Weste ausziehen oder jedesmal einen Pullover über den Kopf ziehen. Ich finde das auch als relativ nervig, das konnte mich aber noch nicht von den Hosenträgern abbringen. Eher davon, Pullover oder Pullunder über Hosenträgerhosen zu tragen, ich verwende in der kälteren Jahreszeit Westen oder Strickjacken. Ansonsten wird gegen Hosenträger noch eingewendet, dass sie im Sommer warm sind, was auch stimmt, mich aber nicht davon abhält, sie zu tragen. Denn dafür können die Hosen am Bund wegen der Hosenträger etwas weiter sein, was bei Wärme auch angenehm ist. Und Hosenträger tragen unter sehr dünnen Anzugjacken am Rücken auf. Das stört mich ein wenig, doch ich lebe damit. Denn dafür geben mir die Hosenträger ein sehr gutes Gefühl von Sicherheit, weil ich weiß, dass die Hosen nie rutschen und immer die korrekte Länge haben. Und selbst, wenn ich viel in die Hosentaschen stecke, was  bei mir oft vorkommt, wird auch dieser Ballast nichts daran ändern, dass das Beinkleid nur einmal leicht auf dem Schuh einknickt.

 

 

 

 

 

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Maßschneider Markus Schnurr, Teil 1

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Ich kenne den Herrenschneidermeister Markus Schnurr seit etwa 15 Jahren. Das erste Mal habe ich ihn getroffen, als er an einem Seminar für Herrenschneider teilgenommen hat, das ich zusammen mit dem Londoner „bespoke tailor“ John Coggin für Fachkreise veranstaltet habe. John Coggin war einer der beiden Inhaber von Tobias Tailors in der Savile Row gewesen. Zusammen mit seinem Partner John Davis hatte er dort von 1998 bis 2003 für mich gearbeitet. Bei dem Seminar ging es um die Arbeitsweise der Zuschneider und „coat maker“ in der Savile Row.

Seit dieser Zeit waren Markus Schnurr und ich per E-Mail in Kontakt und haben uns hin und wieder in München getroffen. Markus Schnurrs Vorliebe für traditionelle Herrenschneiderei konnte ich an seinen Posts bei Instagram ablesen. Übrigens hatten auch Carlo Jösch sowie die beiden Wiener Schneider Thomas Netousek und Zoltan Roeszler an diesem Seminar teilgenommen. Alle drei arbeiten heute erfolgreich als selbstständige „bespoke tailors.“ Carlo Jösch in Köln, Netousek in Wien im familieneigenen Betrieb, Roeszler im neugegründeten Atelier in der Wiener Herrengasse. Zoltan Roeszler ist gebürtiger Ungar, ihm war bei dem Seminar aufgefallen, dass John Coggin die Einlagen nach ungarischer Manier verarbeitet. Die überraschende Erklärung war, dass John Anfang der 1960er Jahre bei Anderson & Sheppard einen Exil-Ungarn als Lehrmeister für das „coatmaking“ hatte.

Markus Schnurr ist Jahrgang 1978 und seit 2003 Herrenschneidermeister. Von 2014 an hat er drei Jahre lang in München bei Max Dietl gearbeitet, immer noch Deutschlands renommiertestem Herrenschneider und Couturehaus. 2017 hat Markus Schnurr die alteingesessene Maßschneiderei von Herbert Martin in seiner Heimatstadt Offenburg übernommen. Die noch vorhandenen Kunden freuen sich über den jungen Nachfolger, Markus Schnurr versucht aber auch über die Region hinaus bekannt zu werden und ist deshalb bereit, zu Kunden zu reisen. Auch für mich hat er sich auf den Weg gemacht, zum Maßnehmen haben wir uns in Tübingen getroffen. Ich hatte an dem Abend noch einen Vortrag zu halten und er kam vorher zu mir in das Hotelzimmer in der verwinkelten Altstadt. In einem Werkzeugkoffer hatte er Maßbänder, Scheren, Garn, Nadeln und andere Utensilien dabei, außerdem Musterbündel mit Futterstoffen, so auch die von mir bevorzugten Satins von Dugdale’s. Die Oberstoffe hatte ich in meiner Reisetasche mitgebracht, da ich sie vorher schon bei Draper’s und Vitale Barberis Canonico bestellt hatte.

Markus Schnurr arbeitet schnell und ohne viel Geplauder. Manche Herrenschneider sind sehr gesprächig, vor allem solche, die allein arbeiten und viel für sich sind in der Werkstatt. Markus Schnurr ist eher der zurückhaltende Typ, er hat aber durchaus Humor. Beim Maßnehmen fiel mir nichts besonderes auf. Wie die meisten deutschen Herrenschneider begann er mit der Körpergröße. Er verwendet keinen Taillengurt, um von dort ausgehend den Rücken zu vermessen und die Schulterhöhen zu ermitteln und er klemmt dem Kunden auch kein Lineal oder Buch unter den Arm, um die Armlochhöhe zu messen. Er wirkt konzentriert und misst genau. Bei anderen Schneidern sieht man schon daran, wie sie das Maßband halten, dass die Messergebnisse niemals auf den cm genau stimmen können. Was allerdings auch nicht dramatisch ist. Maßschneiderei ist keine wirklich exakte Angelegenheit. Jedenfalls nicht bis zur ersten Anprobe.

Ich trug einen handgemachten Maßkonfektions-Anzug von Cove & Co., der mir gut gefällt. Er hat eingeschobene Ärmel im neapolitanischen Stil und ist insgesamt sehr weich verarbeitet. Auch die Hosen dieses Anzugs gefallen mir so gut, dass sie Markus Schnurr als Referenz dienen konnten. Ich trage die Hosen im Moment mit hohem Bund und, wie fast immer bei Anzügen, mit „forward pleats“, Seitenschnallen und Knöpfen für Hosenträger. Cove hatte sie erst im zweiten Anlauf in der gewünschten Höhe hinbekommen. Die jungen Schneider wollen meistens nicht glauben, dass die Hosen wirklich diese Leibhöhe haben sollen. Ich bestellte bei Markus Schnurr ein einreihiges Sakko aus grünem Flanell mit Pattentaschen, Billetttasche und Seitenschlitzen, sowie einen zweireihigen Anzug aus kariertem Stoff. Für das grüne Sakko wählte ich ein kirschrotes Futter, für den Anzug einen Satin in „RAF blue.“ Ansonsten machte ich wenig Vorgaben. Bei der Gestaltung der Details lasse ich dem Schneider grundsätzlich viel Freiheit, ich bin nicht einer von den Kunden, die dem Handwerker am liebsten noch die Position der Crochetnaht bis auf den mm genau vorgeben möchten.

Die erste Anprobe fand nicht bei Markus Schnurr statt, wir trafen uns stattdessen wieder auf der Reise, dieses Mal bei einem Bekannten in Stuttgart. Für die Anprobe des Sakkos hatte Markus Schnurr die Ärmel eingeheftet, er nahm sie aber während der Anprobe heraus, um die Form des Armlochs zu korrigieren und die Achsel neu zu stecken. Die Ärmel der grünen Jacke hatte er schon aus dem endgültigen Stoff zugeschnitten, da der Stoff kein Muster hat. Der Doppelreiher ist kariert, bei ihm fand die Anprobe ohne Ärmel statt. Für die zweite Anprobe wird Markus Schnurr Ärmel aus neutralem Stoff zuschneiden und noch nicht aus dem karierten Stoff. Warum? Der Maßschneider markiert bei der Anprobe die Armhaltung, wenn sich bei der nächsten Anprobe dabei noch Änderungen ergeben, würde bei einem karierten Stoff das Muster nicht mehr korrekt vom Rumpf auf die Ärmel verlaufen.

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Die erste Anprobe findet vor allem für den Schneider statt und das meiste, was er dabei markiert oder ändert, wird von ihm nicht kommentiert. Es ist eine Sache, unter den Augen des Kunden arbeiten zu müssen, eine andere, die Verbesserungen mit ihm in allen Einzelheiten zu bereden. Beide Teile gefielen mir auf Anhieb gut. Ich hatte ja nicht viel zum gewünschten Stil gesagt und als Inspiration für den Einreiher lediglich das Foto eines Sakkos des Wiener Herrenschneiders Michael Possanner gezeigt. Beim Einreiher bat ich Markus Schnurr, das Fasson zu verbreitern. Außerdem habe ich mir etwas größere Patten an den Taschen gewünscht. Auch der Gesamtlänge wurden anderthalb cm zugegeben.

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Beim Zweireiher wünschte ich mir minimale Korrekturen bei Form und Breite der Fassons, außerdem zeichnete ich selbst die exakte Position der äußeren Brusttasche an. Aus mir unbekannten Gründen werden Brusttaschen heutzutage oftmals sehr hoch angesetzt, was mir aber nicht gefällt. Die Brusttaschen hat Markus Schnurr nach der Anprobe leicht geschwungen gearbeitet. Nicht, um die neapolitanische Bötchen-Form zu imitieren, vielmehr nach Art seines Offenburger Vorgängers. Die Hosen waren exakt nach Wunsch geschnitten, also als hoch sitzende“Spitzbundhose.“ Hier gab es von mir keine Änderungswünsche. Beide Jacken sind sehr leicht gearbeitet und waren kaum spürbar. Die Schultern sind kaum gepolstert, das Tragegefühl ist norditalienisch.

Die zweite Anprobe findet Anfang März statt, danach folgt Teil 2 meines Erfahrungsberichts.

Fotos: Martin Smolka

Schuhe und Kleidung kombinieren, letzter Teil

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Braune oder schwarze Schuhe zum Blazer? Die Antwort hängt vom Anlass ab (Foto: Jan Hemmerich bei Ed. Meier in München)

Zur Stadtkleidung gehören auch die drei klassischen formalen Outfits Cut, Smoking und Frack. Der Cut wird am Tage getragen, wenn es sehr feierlich zugeht. Hochzeit oder Taufe sind familiäre Standardsituationen für den Cut. Dazu kommen offizielle Anläße wie diplomatische Empfänge, Staatsbegräbnisse oder Ordensverleihungen – wohlgemerkt, wenn sie am Tage stattfinden. Als Schuh sollte immer der glatte, schwarze Oxford gewählt werden. Er ist bei wirklich ernsten Anläßen ein Muß. Bei Hochzeiten werden auch Monkstraps oder sogar Loafer getragen. Auf keinen Fall wird zum Cut aber ein Brogue getragen oder gar ein brauner Schuh. Der Cut ist nämlich ursprünglich ein Outfit für die Stadt. Selbst wenn also die Hochzeit auf dem Lande stattfindet, ist nur der schwarze Schuh akzeptabel.

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Smoking aus schwarzem Leinen von Robert Vogdt in Berlin.

Der Smoking ist der Anzug für den Abend. Ausschließlich dafür wurde er entworfen und seine Farbe ist Schwarz oder Mitternachtsblau. Zwei Fehler sollten im Zusammenhang mit dem Smoking unbedingt vermieden werden. Erstens: Ein Smoking aus einer anderen als den erwähnten Farben. Weinrot, Violett oder Petrol sind schlicht und einfach verkehrt. Einzige Ausnahme ist das sogenannte Dinnerjacket, das auf See oder unter freiem Himmel die schwarze Jacke ersetzt. Der zweite beliebte Fehler ist die farbige oder gar weiße Schleife. Zum Smoking wird immer und ausschließlich eine schwarze Schleife getragen. Dazu gehören Abenschuhe aus Lack- oder auf Hochglanz poliertem Kalbsleder z. B. ein Oxford ohne Kappe oder ein Pumps. Letzterer wird auch zum Frack getragen werden. Damit sind wir bei dem letzten der drei formalen Outfits, dem Frack. Zu ihm wird ausschließlich eine weiße Schleife getragen, die schwarze Schleife trägt nur das Service-Personal. Der Schuh zum Frack ist im Idealfall der eben erwähnte Pumps aus Lackleder, auf Englisch heißt er Court Shoe. Bei allen drei förmlichen Anzugarten wird der schwarze Kniestrumpf getragen. Beim Cut ist er aus dünner Wolle, Baumwolle oder Seide. Zum Smoking und Frack wären Seidenstrümpfe angebracht. Wer keine Abendschuhe besitzt, kann einen spiegelblank polierten Oxford zum Smoking tragen.

An die eben besprochenen Grundregeln für Business- und Freizeitoutfits sowie für feierliche Anlässe halten sich meist auch jene, die ihre Kleidung nach ästhetischen Kriterien auswählen. Sei es, dass sie nicht unangenehm auffallen wollen, sei es, dass ihnen die überlieferte Kombination auch als die ästhetisch befriedigenste erscheint. Dennoch haben sich gewisse Abweichungen von den Normen klassischer Kleidung fest etabliert. Dabei hat Italien in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts eine Vorreiterrolle übernommen und gewisse Kombinationen aus Farben, Stoffen und vor allem Schuhen weltweit populär gemacht. Aus dem Umfeld dieses Aufsatzes ergibt sich, dass wir uns dabei vor allem den Looks im Bereich Schuhe zuwenden. Hier ist die Vorliebe für den braunen Schuh zum Businessanzug als die wohl wichtigste italienische Eigenart zu nennen. Der stilvolle Norditaliener wählt zu seinem anthrazitgraunen Anzug aus leichtester Schurwolle in aller Regel einen braunen Schuh aus Glatt- oder Rauhleder.

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Zum dunklen Anzug: Raulederbrogue von Ed. Meier München 

Die Italiener haben damit nichts Neues erfunden. Sie haben lediglich das, was schon seit den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts vornehmlich als Freizeitoutfit getragen wurde, für den Businessanzug übernommen. Und tatsächlich spricht einiges für den braunen Schuh zum dunklen Anzug. Erstens sieht Braun zu Grau- oder Blautönen sowie vielen klassischen Dessins sehr gut aus. Zweitens bietet der braune Schuh die Möglichkeit der individuellen Patinierung. So kann durch die richtige Anwendung von Wachspaste dem hellbraunen Schuh eine spezielle Tönung gegeben werden. Ein nicht schon vom Hersteller mit einem Antik-Finish versehener Schuh kann also indivuell eingefärbt werden oder aber auch weitgehend in seinem Originalzustand erhalten bleiben. Alternativ kann man aus einer großen Zahl vorab patinierter Schuhe auswählen, mit denen viele Hersteller gerade in Italien äußerst erfolgreich sind.

Wer sich für den braunen Schuh zum dunklen Business-Outfit entscheidet, kann unter mehreren klassischen Kombinationen wählen. Zum einen gibt es die eben schon erwähnte aus dunkelgrauem Anzug und dunkelbraunen Schuhen. Dabei wird meist ein Brogue gewählt. Ebenso beliebt ist er zur grauen Flanellhose und Sportjacke oder blauem Blazer. Letzteres ist in Frankreich, Italien und Spanien ein nach wie vor äußerst beliebter Look. Zur grauen Hose und blauen Jacke wird dabei gern auch der sehr helle Brogue gewählt. Diese Kombination ist zwar nicht mehr wie noch in den Achtzigern der Look der wirklichen Insider, sie hat sich dafür aber rund um das Mittelmeer im stilistischen Mainstream fest etabliert.

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Zum hellen Sommeranzug oder mittelgrauem Flanell: Honigfarbene Oxfords.

Wer seine Kleidung nach ästethischen Kriterien kombiniert, sollte nicht nur die Farbe im Auge behalten. Die Wechselwirkung zwischen der Oberflächenstruktur von Schuh und Textilien ist mindestens ebenso wichtig. Dazu ein paar Beispiele. Zu einem Anzug aus einem schweren und wolligen Stoff sollten Schuhe gewählt werden, deren Oberfläche ähnlich stark strukturiert ist. Dies wäre zum einen bei Rauhleder der Fall, dessen Oberfläche der des Wollstoffs ähnelt. Ein Glattleder kann dann passen, wenn seine eigentich ebenmäßige Außenseite durch Nähte und Lochungen Struktur bekommt. Zu einem Glencheck-Anzug aus einer schweren Winterware könnte also ein Loafer aus Rauhleder gwählt werden. Zu dem gleichen Anzug würde aber auch der schwarze Fullbrogue aus Kalbsleder passen. Die eigentlich glatte Oberfläche des Materials würde durch Zierstepperei und Lochung optisch „aufgerauht“, wodurch es besser zum wolligen und stark gemusterten Anzugstoff paßt.

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Leichte Anzugstoffe von Hardy Minnis – braune Schuhe würden zu jeder Farbvariante passen.

Wenn man die beiden Kombinationsmöglichkeiten mit Hilfe der vorgestellten Kriterien analysiert, dann wären Glencheck und Rauhleder entweder die Wahl des Briten für ein sportliches Wochenendoutfit oder die eines Italieners für das Business-Lunch in der Stadt. Ein Glencheck-Anzug mit schwarzem Fullbrogue ist in den USA ein Business-Klassiker, in Großbritannien dagegen eher eine Seltenheit. Denn dort gilt Glencheck – oder wie man dort sagt Prince-of-Wales-Check – als definitiv sportliches Dessin. In der Stadt – also mit schwarzem Schuh – würden es vielleicht Kunsthändler oder Intellektuelle tragen. Bei den Brokern der Londoner City wäre ein Glencheck-Anzug dagegen absolut deplatziert. Es ist ersichtlich, dass eine bestimmte Kombination aus Oberbekleidung und Schuh sehr unterschiedliche Bedeutungen haben kann.

Wenn wir also Schuhe mit der übrigen Kleidung kombinieren, dann tun wir dies entweder im Einklang mit überlieferten Normen oder aber nach selbst kreierten oder lediglich gelernten ästethischen Kritierien. In beiden Fällen entsteht mit der Wahl eines Schuhs in den allermeisten Fällen ein Look mit einer ganz bestimmten Aussage. Ob die Aussage mit dem übereinstimmt, was wir mit der Kombination aus Schuh und Kleidung erreichen wollten, ist eine andere Frage. Ein einreihiger dunkelblauer Anzug mit einem orangefarbenen Gitterkaro könnte zum Beispiel mit einem Rauhlederschuh in genau dem Farbton des Überkaros kombiniert werden. Das Ergebnis wäre ästhetisch sicherlich befriedigend. Ob man damit richtig angezogen ist, hängt von den Umständen ab.

Beim Meeting mit Bankern in Frankfurt könnte das Outfit zum Beispiel Verwunderung erzeugen und den Träger bei den Finanzexperten in ein unseriöses Licht setzen. Wenn die beschriebene Kombination aus Anzug und Schuh beim Zusammentreffen mit einem Redakteur der italienischen Ausgabe eines bekannten Männermodemagazins getragen würde, könnten wir dagegen mit Anerkennung rechnen. Bei einem Vorstellungsgespräch mit einem Headhunter, der eine Stelle in der Londoner City zu besetzen hat, wäre die Wirkung dieses Outfits wiederum desaströs. Nur die allerwenigsten von uns müssen vor jedem Griff in Kleider- und Schuhschrank derartige Überlegungen anstellen. Gleichwohl bewegen wir uns alle täglich in wechselnden sozialen, gesellschaftlichen oder kulturellen Umfeldern. Vorausahnen zu können oder gar zu kalkulieren, was die Wahl dieses oder jenes Schuhs für Konsequenzen in den unterschiedlichen Bedeutungsfeldern haben kann, vermag manchmal hilfreich sein. Das Nachdenken über die Konnotationen des Outfits sollte den Spaß am Spiel mit Formen und Farben allerdings niemals zerstören. Denn das ästhetische Experiment ist das einzige, was den klassischen Kleidungsstil immer aus Neue verjüngt und für ihn jede Generation aufs Neue für sich entdecken lässt.

Schuhe und Kleidung kombinieren, Teil 1

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Braune oder schwarze Schuhe zum dunkelblauen Blazer? Im Verlauf dieses mehrteiligen Beitrags wird diese Frage beantwortet werden. Im Bild braune Oxfords auf Peduform-Leisten von Ed. Meier München (Foto: Jan Hemmerich)

Ein wirklich stilvolles Outfit beginnt nicht erst mit den Schuhen, sollte aber auch keinesfalls bei Ihnen enden. Wer Wert auf sein Äußeres legt, wird seine Prioritäten deshalb nie so setzen, daß ein anderes Element seiner Kleidung dadurch zu kurz kommt. Im Idealfall ist also alles von höchster Qualität. Dabei meine ich, dass alles nicht nur mit größter Sorgfalt und von exzellenten Handwerkern angefertigt wurde, sondern auch perfekt paßsst. Dies ist bei den Schuhen in der Regel ein geringeres Problem, als bei der übrigen Kleidung. Schließlich bieten die Hersteller guter rahmengenähter Schuhe ihre Produkte in mehreren Breitengrößen an. Dabei könnte eine leicht vereinfachende Gleichung aufgestellt werden: Je größer die Zahl der Breitengrößen, desto besser die Schuhmarke. Und tatsächlich können es sich nur die wirklich großen oder aber teuren Hersteller leisten, die wichtigsten oder gar alle Modelle in mindestens zwei Breiten anzubieten. Wer aus dem Sortiment dieser Firmen auswählt, wird also in aller Regel ein sehr gut passenden und hervorragend verarbeiteten Schuh bekommen.

Maßschuhe sind für den mit unproblematischen Füßen gesegneten Mann allenfalls ein prinzipieller Imparativ – wenn auch ein sehr starker. Denn wer ein bestimmtes Qualitätsniveau erreicht hat, wird sich selten mit dem Massenprodukt zufrieden geben, auch wenn es noch so gut gemacht ist. Wer so denkt, betrachtet den Schuh als Teil eines Ganzen. Er wird ihn immer als ein Element von vielen sehen und ihm dadurch automatisch das richtige Gewicht geben. Stilvoll gekleidet zu sein, bedeutet nämlich auch, daß kein Teil des Outfits qualitativ im Gesamtklang eine Dissonanz erzeugt. Ein weniger als hochwertiges Hemd kann einen wirklich guten Anzug herunterziehen. Die Schönheit eines handgefertigten Maßschuhs degradiert die mindere Qualität des übrigen Outfits noch weiter. Oder noch praxisnäher gesagt: Billige, knöchellange Socken mit humoristischen Motiven berauben einen guten Schuh seiner Strahlkraft.

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Lobb in London – der wohl berühmteste Maßschuhmacher der Welt. Die berühmten Kunden der Vergangenheit wussten, wie sie Schuhe und Kleidung richtig kombinieren (Foto: Lobb)

Die Analogie aus der Welt des Essens würde lauten, dass ein gutes Menü auch gute Weine erfordert und umgekehrt der beste Wein wenig nützt, wenn die Speisen nichts taugen. Die kulinarische Methaphorik hilft uns, auch noch einen weiteren Aspekt zu verdeutlichen. Selbst die besten Zutaten und die besten Weine ergeben nicht automatisch ein wohlschmeckendes Menü. Die festen und flüssigen Zutaten müssen natürlich auch zusammenpassen. Das gilt auch für das Outfit. Und damit bin ich bei dem eigentlichen Thema . Wie wähle ich die richtigen Schuhe aus? Was passt zu welchem Outfit und zu welchem Anlass? Wann trage ich Braun, wann Schwarz und zu welchen Farben der Kleidung?

Hellbraune Chukkaboots aus Rauleder zu Flanellanzug? Klassisch oder unpassend (Foto: Martin Smolka)?

Auf diese Fragen gibt es in unseren Tagen mehr Antworten denn je. Schließlich kann heute jeder sehr weitgehend tun und lassen, was er will. Es gibt weder wirklich verbindliche Regeln, noch Sanktionen oder gar Möglichkeiten ihrer Durchsetzung. Wer partout zum Frack braune Wildlederschuhe anziehen möchte, der soll dies in Gottes Namen tun. Kaum einer wird ihn deshalb mit Verachtung strafen. Wen schert heute noch, was richtig oder falsch ist. Und so findet auch kaum jemand etwas dabei, wenn der Moderator einer Fernsehshow zum Anzug Trainingsschuhe trägt. Doch die generelle Mißachtung historisch gewachsener Konventionen bedeutet nicht, dass Regeln nicht mehr existieren. Die Zahl derjenigen, die sie kennen und die aus ihrer Einhaltung oder virtuosen Übertretung Vergnügen ziehen, wird lediglich immer kleiner. Doch das soll niemand in seinem Vorsatz beirren, seine Kleidung sorgfältig zu wählen. Dabei können wir uns verschiedener Systeme bedienen oder gar Inspiration aus mehreren ziehen.

Zum einen gibt es das System überlieferter Regeln von Anstand und Sitte, die sich aus historischen Quellen speisen und die in aller Regel den Geschmack der führerenden Klassen widerspiegeln – in Großbritannien ist dies immer noch der Adel, auf dem republikanischen Kontinent hat seit dem Ende des 19. Jahrhunderts das Großbürgertum die Führungsrolle übernommen. In der westlichen Welt gilt heute eine Mischung aus verschiedenen nationalen Konventionen, die sich zu einem internationalem Stilkanon vermischt haben. Man könnte diese Regeln unter dem Stichwort „das macht man so“ zusammenfassen. Das zweite System bedient sich rein ästhetischer Regeln und räumt dabei dem persönlichen Geschmacksempfinden einen großen Stellenwert ein. Diese Regeln könnten auch unter dem Postulat „das finde ich schön“ subsumiert werden.

Dazu kommt eine Reihe von Spezialsystemen, die sich vor allem in den USA großer Beliebtheit erfreuen. Sie versuchen überlieferte gesellschaftliche oder aber persönliche ästethische Kriterien durch neue Regelwerke zu ersetzen. Als Beispiel sei hier nur eine Theorie erwähnt, die anhand des Hauttons bestimmte Farben, Materialien und Oberflächenstrukturen empfiehlt. Man könnte diese Art von Regeln unter die Überschrift „Das passt zu dir, weil … „ stellen. Wir möchten hier aber nicht von ihnen reden. Wir glauben, daß die gesellschaftlichen Normen und das persönliche Geschmacksurteil bessere Leitfäden sind, als pseudowissenschaftliche Heilslehren.

Ende von Teil 1, Fortsetzung folgt.

Lieblingsstücke 2017, Teil 2: Der Seersuckeranzug

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Florenz am Vormittag, Sommer 2017. Um diese Zeit waren die Temperaturen noch erträglich, ab Mittag war es sehr heiß. Der Panamahut von Herbert Johnson war mir absolut unentbehrlich (Foto: Erill Fritz)

Maßkleidung wird nicht gekauft, man bestellt sie. Im Idealfall rechtzeitig. Der Seersuckeranzug, den ich auf der 92. Ausgabe der Pitti Uomo in Florenz im Sommer 2017 getragen habe, wurde von mir im Oktober 2016 in der Berliner Filiale des Maßkonfektionsanbieters Cove & Co. geordert. Der Stoff stammt von der italienischen Weberei Solbiati , als Futter habe ich weißen Satin ausgewählt, die Knöpfe sind aus Perlmutt. Der Anzug wurde bei Cove & Co. „handmade“ gefertigt, also schneidermäßig und mit handgenähten Knopflöchern. Die Ärmel sind „a la camicia“ verarbeitet, die Taschen wurden aufgesetzt. Die Hosen haben „reversed pleats“, Seitenschnallen und Knöpfe für Hosenträger. Es stand die Frage im Raum, ob man den Anzug ungefüttert und halbefüttert arbeiten lässt. Wenn es zum Zeitpunkt der Bestellung drauße nicht so kalt gewesen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich ungefüttert bestellt, so erschien mir der Stoff auch mit Futter noch ungeheuer leicht.

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Der Seersuckerstoff im Musterbuch von Solbiati bei Cove & Co. in Berlin, außerdem das weiße Futter und der Perlmuttknopf.

Natürlich habe ich den Anzug nicht nur in Florenz getragen, doch dort hat er sich von allen Einsätzen des Sommers 2017 am besten bewährt und geradezu als unentbehrlich erwiesen. Es war so heiß, dass die anderen Anzüge, die ich eigentlich eingeplant hatte, im Schrank des Hotels bleiben mussten. Nur an einem Abend trug ich zur Abwechslung einen alten dunkelblauen Hopsack-Blazer von Regent und graue Fresko-Hosen von Cove & Co., bereute das aber, sobald ich Innenräume betreten hatte und die Temperaturen aufgrund der Beleuchtung wieder anstiegen.

Seersuckeranzüge sind in Deutschland nach wie vor ein rarer Anblick. In den USA sind sie Klassiker der Businessmode, wobei ich nicht weiß, wie populär sie im Moment sind. Ich erinnere mich gut an einem Katalog von Brooks Brothers aus dem Jahre 1992, in dem neben Baumwollanzügen in Beige, Olive und Marine auch Zweiteiler aus Seersuckerstoff angeboten wurden. In Deutschland wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts im Sommer helle Anzüge getragen, aus Leinen oder aus feinen Wollstoffen. Auch in den 50er bis 70er Jahren des letzten Jahrhunderts waren helle Anzüge noch sehr beliebt, aber den 60ern auch aus Synthetikmaterialien. Gabardine aus Wolle, Baumwolle oder Kunstfaser galt als unempfindlicher Sommerstoff. Seersucker hatte jedoch nie eine Bedeutung, allenfalls der ihm ähnliche „Schwesternstreifen“ war bekannt. Wer sich also für einen Seersuckeranzug entscheidet, bestellt verwunderte Blicke gleich mit.

Vor der Messe in Florenz hatte ich erwartet, dass ich dort auf sehr viele Herren in Seersuckeranzügen treffen würde. Tatsächlich waren es aber nur relativ wenige, häufiger waren Sommeranzüge aus Leinen zu sehen. Ich traf mehrere Herren in Anzügen aus dunkelblauem  Wolle-Seide-Seersucker, z. B. den berühmten Modebuchautoren und Herrenausstattter Alan Flusser aus New York City. Ich wurde mehrfach in meinem Seersuckeranzug fotografiert, Verwunderung hat er nicht erregt. Kenner kennen den Stoff. Das war im Jahre 2000 anders, als ich bei der Kölner Herremodemesse in einem Zweireiher aus Seersucker antrat. Das Verständnis für diesen Stoff war bei den meisten Deutschen nicht vorhanden und für einen Doppelreiher aus diesem Gewebe erst Recht nicht. Mittlerweile gucken die Modeleute nicht mehr komisch, wenn man mit so einem Anzug auftaucht, der Mann auf der Straße wundert sich aber nach wie vor. Deutschland ist einfach kein Seersuckerland, deshalb würde ich Bankern und anderen Anzugträgern tatsächlich eher zu dem dunkelblauen Seersuckerstoff raten.

 

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Zum hellblau-weiß-gestreifen Seersucker sind weiße Hemden die beste Kombination für geschäftliche Anlässe. Ein klassisches Schuhmodell zu diesem Anzug ist Tasselloafer, wie z. B. das Modell aus Rauleder von Ed.Meier München (Foto: Erill Fritz)

 

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Mein Rauleder-Tasselloafer von Ed.Meier München . Braunes Rauleder ist im Sommer sehr praktisch, da man Staub leicht entfernen kann und das Nachpolieren entfällt (Foto: Jan Hemmerich)
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Der Ur-Tasselloafer: Der Tassel Mocassin von Alden Shoe Company (Foto: Cove & Co.)
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Pennyloafer sind amerikanische Klassiker, die ebenfalls gut zum Seersuckeranzug passen. Hier ein Modell von Yanko aus Spanien

Seersucker hat zwei Vorteile. Zum einen ist er sehr knitterunempfindlich, was zum Teil daran liegt, dass die Oberfläche des Stoffs von vorn herein eine leichte Welligkeit aufweist, Knitterstellen fallen also gar nicht so sehr auf. Vorteil zwei: Er ist dabei sehr leicht und atmungsaktiv. Andere Baumwollstoffe, die für Anzüge verwendet werden, sind meistens schwerer, auch im Vergleich sommerlichen Wollstoffen. Der einzige Nachteil des Hellblau-Weiß-gestreiften Seersuckers ist das Hellblau – man kann den Stoff deshalb nicht mit blauen Hemden kombinieren, jedenfalls nicht mit den üblichen Hellblautönen.

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Der italienische Klassiker im Sommer und perfekt zum Seersuckeranzug: Ein Hemd aus angenehm luftigem Giro Inglese, hier ein Beispiel von Cordone1956

Ich habe gelungene Kombinationen mit dunklerem Denim-Blau gesehen, da ich aber kein Freund dunklerer Hemdenstoffe bin, kommt für mich dieser Stoff zum Anzug nicht in Frage. Es bleiben also nur Weiß, Creme, Rosa und eventuell Gelb. Letzteres wäre sehr „preppy“, passt aber nicht zum Businesslook. Bleiben also Weiß, Creme und Rosa – einfarbig. Weiße Hemden sind bei Hitze natürlich sehr empfehlenswert, da man eventuelle Schweißflecken kaum sieht. Ich trage zum Seersuckeranzug am liebsten luftige und griffige Qualitäten wie Oxford, Jersey oder Giro Inglese von meinem Hemdenmacher Gino Venturini in Wien .

Da der Stoff bei Hitze wirklich äußerst angenehm ist, werde ich mir für den nächsten Sommer wahrscheinlich einen Seersuckeranzug mit braunen und weißen Streifen bestellen, den kann ich dann auch mit hellblauen Hemden kombinieren. Es gibt den Stoff ansonsten auch noch in Rosa-Weiß, Grün-Weiß und einfarbig sowie kariert.