Krawatte. Pro und Contra Handarbeit

 

LANGA-Bernhard Nov17©CARLOS MATILLA-10
Ich trage eine handgenähte Krawatte mit Streifen in Braun und Marine von Ascot in Krefeld. Die Strickkrawatten dieser Manufaktur sind sehr bekannt, es werden dort aber alle Typen von Bindern genäht (Foto: Sastreria Langa in Madrid)

Welche Krawatte ist besser? Die von Hand genähte oder die etwas günstigere, mit der Maschine gefertigte? Hier zunächst der Überblick über die gängigen Fertigungsmethoden:

1. Bei der einfachsten Machart wird der Stoffschlauch mit einer normalen Nähmaschine zusammengenäht. Nachteil: Die Naht aus Ober- und Unterfaden ist unflexibel, die Krawatte lässt sich schlechter binden. Krawatten des untersten Preislevels werden so gefertigt. Sie kommen aber nicht wirklich in Frage und werden im seriösen Handel auch nicht angeboten.

2. Die Liba-Maschine, sie näht mit einem einzelnen Faden, die Krawatte muss dabei aber auf links gedreht werden (und danach wieder gewendet).

3. Handarbeit. Die Krawatte wird von Hand zugeschnitten, in Form gelegt, mit Stecknadeln geheftet und mit Nadel und Faden genäht.

Vorteil Handarbeit:

Das Muster kann beim Zuschnitt symmetrisch an der Spitze ausgerichtet werden, Streifenmuster enden genau an der Kante. Bei Ascot in Krefeld, einer 1908 gegründeten Manufaktur, legt man sehr viel Wert darauf, dass die Muster symmetrisch an der Mittellinie der Krawatte ausgerichtet werden. Krawatten aus Jacquard-Seide werden so zugeschnitten, dass Punkte oder Rauten nicht an den Kanten liegen und umgeknickt werden. Das verhindert, dass die eingewebten Muster an diesen Stellen durch Abrieb ausfransen. Andere Hersteller handgenähter Krawatten nehmen es nicht so genau beim Zuschnitt gemusterter Stoffe. Wer einmal begonnen hat, auf die Lage des Musters zu achten, wird sich an ungenauer Arbeit stören.

Weitere Vorteile des handgenähten Binders:

Die Einlage passt exakt in den Stoffschlauch, da er auf rechts genäht wird und nichts verrutschen kann (anders als bei Krawatten aus der Liba-Maschine, die nach dem Nähen wieder gewendet werden müssen).

Bei handgenähten Krawatten wird nach dem Zusammennähen der Faden nicht verstochen, so verbleibt eine Fadenreserve. Beim Binden kann der Stoff der Krawatte auf dem Faden leicht hin- und herrutschen, das schont das Material und erleichtert das Knoten. Die Fadenreserve ist am schmalen Ende als heraushängender Faden sichtbar, er darf auf keinen Fall abgeschnitten werden.

Gibt es Nachteile der Handarbeit?

Wenn die Stiche in zu weiten Abständen gesetzt werden, kann sich die Naht nach einigen Wochen oder Monaten lockern oder lösen. Dies tritt leider selbst bei teuren Krawatten häufiger auf. Allerdings kann das behoben werden. Generell kann die handgenähte Krawatte ohne Probleme repariert oder neu zusammengenäht werden.

Vorteil Liba-Maschine:

Zeitersparnis, denn die Maschine näht die Krawatte in wenigen Sekunden zusammen. Das resultiert in einem etwas günstigeren Preis. Keine Qualitätsschwankungen, denn die Maschine näht immer gleich.

Welche Krawatte ist besser?

Die mit der Liba-Maschine genähten Krawatten sind bei pfleglicher Behandlung sehr lange haltbar. Das Wissen darum, dass eine Krawatte von Hand genäht ist, macht tatsächlich einen großen Teil ihres Charmes aus. Die Fertigungstechnik ist auch nur ein Qualitätsmerkmal, fast genauso wichtig ist die Qualität des Krawattenstoffs, also Seide, Kaschmir, Wolle, Leinen etc. Die beste Krawatte ist deshalb die sorgfältig von Hand genähte aus gutem Stoff.

Die Fertigungsschritte der handgenähten Krawatte, fotografiert bei Ascot in Krefeld

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Fotos: Ascot in Krefeld. 

2 Comments

  1. Interessanter Beitrag und super Fotos von Ascot. Ich freue mich immer die Fabrik in der Seidestadt Krefeld zu besuchen und trage die Krawatten sehr gerne. Eine Frage die nichts mit der Beitrah zu tun hat, trotzdem mit der Stadt Krefeld. Gibt es dort eigentlich noch Seidenweber vom gute Qualität wie den in Como, Lyon und in England?

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